Europa-Universität Flensburg: Corporate Design, Barrierefreiheit und hochschulweite Kommunikation
Entwicklung und Umsetzung hochschulweiter barrierefreier Gestaltungsstandards, Aufbau nachhaltiger Produktionsprozesse und erfolgreicher Rollout eines einheitlichen visuellen Auftritts samt Social-Media-Präsenz.
Überblick
Die Europa-Universität Flensburg umfasst zahlreiche Institute, jedes mit eigenen Kommunikationsbedürfnissen und etablierten Gestaltungspraktiken. Das interne Kommunikationsteam verantwortete den visuellen Auftritt der gesamten Hochschule, was umfangreiche Abstimmung zwischen Stakeholdern mit unterschiedlichen Erwartungen erforderte.
Problemstellung
Der Hochschule fehlten einheitliche, barrierefreie Gestaltungsstandards. Materialien und Präsentationen erfüllten nicht die Anforderungen an Barrierefreiheit, und jedes Institut erstellte eigene visuelle Inhalte, was zu uneinheitlicher Kommunikation und Markenführung führte.
Rahmenbedingungen
- Stark dezentrale institutionelle Struktur mit vielfältigen Stakeholder-Bedürfnissen.
- Starke Bindung an bestehende Gestaltungsgewohnheiten und Veränderungswiderstand.
- Budgetrestriktionen schlossen Managed-Search-Dienste aus.
- Abstimmung mit mehreren internen Instituten und externen Druckdienstleistern.
Vorgehen
Pflege und Weiterentwicklung des Corporate Designs für Print- und digitale Medien. Gestaltung von Broschüren, Flyern, Postern, Jahresberichten und Veranstaltungsmaterial. Neukonzeption und Launch des Instagram-Auftritts der Hochschule mit neuem visuellem Material. Entwicklung und Umsetzung eines Konzepts für nachhaltige Produktion mit lokalen Anbietern und umweltfreundlichen Materialien. Einführung barrierefreier Gestaltungsstandards inklusive einer barrierefreien Schrift und visueller Richtlinien, begleitet von internen Präsentationen und Stakeholder-Kommunikation zur Förderung der Akzeptanz.
Projektleistungen
Styleguide
Entwicklung eines praxistauglichen Styleguides, der das bestehende Corporate Design an die neuen Anforderungen anpasste.
- Styleguide für Fachleute und Nicht-Fachleute gleichermaßen nutzbar
- Vorlagen
Konzept für barrierefreie Kommunikation
Eine barrierefreie Kommunikationsstrategie – etwa für den Umgang mit Studierenden mit Behinderung – wurde entwickelt und ausgerollt.
- Präsentation vor dem Hochschulpräsidium
- Recherche und Dialog mit Vertreter:innen benachteiligter Gruppen
- Einführung einer speziellen Schrift
- Optimierung sämtlicher Medien und Informationsmaterialien
Internes Projektmanagement
Einführung einer neuen Lösung zur Professionalisierung interner Prozesse und der Kommunikation zwischen Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, Social Media und Design.
- Intranet-Lösung mit Kanban
- Verschiedene Teilprojekte und Pipelines
- Neue Freigabe-Workflows
- Digital-Asset-Management-System inklusive digitalem Styleguide
Design-Disziplinen
- Branding
- Social Media
- DAM
- Illustration
Ergebnis & Wirkung
- 45 % Verbesserung der KlickrateSuchkonversion
- Unter 100 ms (von 800 ms)p99-Latenz
- 10.000+ QPS (von 1.000)Anfragekapazität
- Um 60 % reduziertSuchanfragen ohne Ergebnis
Die Suche wurde vom Schwachpunkt zum Wettbewerbsvorteil. Das Merchandising-Team kann die Relevanz jetzt ohne Entwickler-Beteiligung anpassen. Facettierte Suche und Autocomplete haben das Einkaufserlebnis spürbar verbessert.
Erkenntnisse
- Relevanz-Tuning ist ein fortlaufender Prozess, kein einmaliges Setup – Werkzeuge für Nicht-Entwickler:innen zum iterativen Anpassen bauen
- CDC ist mächtig, bringt aber operative Komplexität mit sich – in Monitoring und Alerting investieren
- Suche ist ein Produkt, keine bloße Funktion – Ressourcen für kontinuierliche Verbesserung bereitstellen
- Die Verwaltung eines Elasticsearch-Clusters erfordert dedizierte Expertise
Der Weg zum Relevanz-Tuning
Das anfängliche Elasticsearch-Setup schnitt bei manchen Anfragen tatsächlich schlechter ab als die PostgreSQL-Suche. Wir haben erheblich Zeit in das Tuning von BM25-Parametern, Feld-Boosting und Function Scores investiert.
Der Durchbruch kam, als wir Klickdaten in das Relevanz-Scoring einbezogen haben. Produkte, die Nutzer nach einer Suche tatsächlich anklickten, wurden hochgestuft – ein Feedback-Loop, der die Ergebnisse kontinuierlich verbesserte.
Betriebliche Erkenntnisse
Elasticsearch im großen Maßstab zu betreiben, hat uns viel über JVM-Tuning, Shard-Management und Cluster-Topologie gelehrt. In der Anfangsphase gab es mehrere Vorfälle durch GC-Pausen und unausgewogene Shards. Umfassendes Monitoring und Runbooks aufzubauen war essenziell.
